2011 - ÖSYC Cup

Skipperin: Andrea
Crew: Veronika, Jutta, Evi,Silvia
Boot: Sun Odyssey 35
Revier: Griechenland, Saronischer Golf vor Athen
Zeit: 22. - 29. Oktober 2011
 
 
Galerie 
 
 Siegerehrung
Fotos von Silvia Großmann
 
Bericht
Der Ösyc Cup fand von 22. bis 29. Oktober 2011 im Saronischen Golf vor Athen statt.
 
Gewertet wurde in 2 Klassen, jeweils ohne Spi: Sun Odyssey 35 (6 Teilnehmer) und Sun Odyssey 43 (7 Teilnehmer). Es gab 5 nautische Wettfahrten, wobei nur 4 Wettfahrten (mit 1 Streicher) gewertet werden konnten.
 
Unsere BWWC Crew war mit einer Sun Odyssey 35 unterwegs: Andrea Iribauer (Skipperin, Groß, Taktik), Veronika Siegl (Steuer), Silvia Grossmann, Evi Steinhauser, Jutta Kirchheim (Genua etc).
 
Die Anreise nach Athen erfolgte ohne Probleme, der Generalstreik war zum Glück für uns rechtzeitig beendet worden und die Volksabstimmung über das Hilfspaket noch kein Thema. Nach Schiffsübernahme (sehr unbürokratisch) und Bunkern (auch sehr gut organisiert) gab es ein erstes Treffen der einzelnen Crews beim gemeinsamen Abendessen. Wichtige Feststellungen: Riesenscampi mit einem Berg Salat sind billiger als Spaghetti mit Schafkäse? Und der Tischwein ist unglaublich teuer.
 
Am Sonntag ging es bei schönem Wetter und mäßigem Wind gemütlich von Athen (Marina Alimos) nach Ägina, von wo aus die Regatta starten sollte. Wir nutzen die Überfahrt, um uns mit dem Boot vertraut zu machen und Manöver zu üben (zB Wenden nach Antigua Art). Abendessen waren wir in einem netten Lokal an der Uferpromenade. Das Preis-Leistungs-Verhältnis war schon deutlich besser als in Athen und Moussaka gab es zu unserer Freude auch.
 
Am Montag erfolgte die erste Wettfahrt von Ägina nach Poros, die aber leider auf der Vorwindstrecke abgebrochen werden musste, weil der Wind vorübergehend einschlief. Wir waren zu diesem Zeitpunkt in der Spitzengruppe unterwegs, mit einem 35-er (unser schärfster Konkurrenz, die Nummer 8, als Gesamtführender) und drei 43-ern. Unter Motor und dunklem Gewölk ging es weiter nach Poros, wo wir in ordentlichen 5-er Päckchen die Nacht verbrachten. Ein Stadtspaziergang mit Besichtigung der malerisch auf einem Hügel gelegenen Kirche ging sich leider nicht mehr aus.
 
Am Dienstag ging es weiter mit einer Wettfahrt von Poros nach Epidauros. Beim Start hatten wir noch relativ viel Wind, konnten das erste Reff aber recht bald ausschütteln (nachdem auch der 8-er ausgerefft hatte). Die Wahl der linken Seite erwies sich als goldrichtig, bald erfolgte der erwartete Winddreher nach links und wir konnten auf der Startkreuz einen sensationellen Schlag und der gesamten Konkurrenz (einschließlich unseres 8-ers und aller 43-er) auf und davon segeln. Veronika war so richtig in ihrem Element. Aber dann waren wir mangels Konkurrenz etwas (sehr) unaufmerksam und reagierten nicht rechtzeitig, als der Wind zurückdrehte. Und plötzlich war er wieder im Rennen, der 8-er, und beim nächsten Zusammentreffen ging er VOR uns durch. Die zweite Hälfte der Wettfahrt, eine lange Vorwindstrecke, war ein einziges Matchrace zwischen uns und dem 8-er mit abwechselnder Führung, Angriff und Verteidigung. Mit einem hauchdünnen Vorsprung gingen wir als erste über die Ziellinie. Aber siehe da, die Wettfahrtleitung hatte sich ein anderes Ziel überlegt (ohne das klar genug bekanntzugeben), und wir mussten einen Haken schlagen, um über die richtige Ziellinie zu gehen. Blöderweise hatte da der 8-er die Nase vorn. Nach langen Diskussionen zwischen den beiden Skippern und der Wettfahrtleitung wurden beide Boote mit null Punkten gewertet. Die selbst gekochten Spaghetti mit griechischem Salat als Vorspeise schmeckten uns trotzdem sehr gut. Danke Silvia.
 
Am Mittwoch besichtigten wir am Vormittag die Ausgrabungen von Epidauros und waren sehr beeindruckt, was es da alles zu sehen gab (vor allem das gewaltige Theater). Am Nachmittag erfolgte die nächste relativ kurze Wettfahrt nach Korfos. Wir erwischten einen sensationellen Start an der Startboje und auf Steuerbordbug (die Startlinie war sehr schief) und konnten uns super freisegeln, höher und schneller als der Rest des Feldes (Kreuzkurse sind nun einmal unsere Spezialität). Nachdem der Wind gegenüber den Vortagen zugelegt hatte, konnten uns allerdings einige der 43-er ein- bzw überholen. Den 8-er konnten wir allerdings auf Distanz halten und waren dementsprechend zufrieden.
 
Am Donnerstag erfolgte eine sehr anspruchsvolle, abwechslungsreiche Wettfahrt nach Angistri. Wieder erwischten wir einen sehr guten Start und konnten dem 8-er von Anfang an davonziehen. Auf der ersten Vorwindstrecke holten wir auch den führenden 43-er ein, aber nachdem dieser von einem anderen 43-er angegriffen wurde, entschieden wir uns für einen Befreiungsschlag, um nicht zwischen den beiden Booten eingezwickt zu werden. Nachdem der Wind in der Zwischenzeit bis auf 6 Bft zugelegt hatte, mussten wir für die Zielkreuz Groß und Genua reffen, was ein recht spannendes Manöver wurde zwischen Böen, Felsen und einem lästigen 43-er. Aber schlussendlich passte die Segelfläche optimal und wir segelten dem lästigen 43-er einfach davon. Und mit dem dritten Sieg en suite lagen wir bereits vor der
letzten Wettfahrt uneinholbar in Führung und hatten die Regatta gewonnen, zur endgültigen Verzweiflung des 8-ers (Diskussion über ungleiche Boote inklusive). In Angistri ging sich auch ein Stadtspaziergang samt Besuch beim Bäcker aus.
 
Am Freitag war der Wind wieder ziemlich stark und die Wettfahrtleitung entschied, um 14.00 Uhr von Salamis aus die Wettfahrt zu starten. Wir entschieden uns, nach Salamis zu segeln, sehr zur Freude von Silvia und Jutta, die die Gelegenheit nutzten, um auch zum Steuern zu kommen. Der 8-er war so entnervt von seiner bisherigen Performance, dass er es nicht rechtzeitig zum Start schaffte und kampflos vom 2. auf den 3. Platz zurückfiel. Schade! Wir wurden bei dem Halbwindritt nach Athen erstmals geschlagen und belegten den 3. Platz. Es war offensichtlich die Luft draußen und wir konnten uns nicht mehr so richtig motivieren. Bei Start und Ziel dieser Wettfahrt gab es einige Unklarheiten und der Großteil der Teilnehmer passierte eine Bahnmarke an der falschen Seite. Wir passierten die Bahnmarke an der
richtigen, aber leider ungünstigeren (zwei zusätzliche Wenden und jede Menge Böen) Seite. Aber das regte uns nicht weiter auf, wir hatten ja bereits gewonnen.
 
Die Siegerehrung war für uns ein ganz tolles Erlebnis, ein so eindeutiges Ergebnis erzielt man nicht so oft. Bei diversen Drinks wurde geplaudert und getanzt bis in die Morgenstunden. Mit dem Ösyc Cup waren wir alle sehr zufrieden (nette Segler, faires Segeln, schönes Revier, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, gute Organisation). Und die Hoppalas bei der Wettfahrtleitung lassen sich unseres Erachtens auch leicht beheben. Wir kommen sicher wieder!